STUTTGART

DIE KÜCHE

Okt. 2016

Über die besondere Gestaltung der Küchenzeile wollte ich eine Verbindung hin zu der Lebensgeschichte der Kundin herstellen. Diese ist in einem Bäckerhaushalt aufgewachsen, lebt umgeben von moderner Kunst und hegt aber auch eine Liebe zu Gegenständen der Vergangenheit. Nachhaltigkeit ist für sie ein unbedingtes `muß ´

So entstand die Idee, die Küchenmöbel (ausgemusterte Aktenschränke) mit alten Backblechen zu verkleiden und als Spritzschutz an den Wänden Heiligenbilder zu verwenden – ähnlich den gefliesten Wänden der elterlichen Backstube. Diese habe ich zum Zweck der Verfremdung teilweise gedreht und somit mehr auf ihren Gebrauchswert reduziert, ohne dass damit ihre Anmutung verloren gegangen wäre.

Als Spülenunterschrank dient ein ehemaliger Transportwagen für Metallspäne –  aus einer Fabrik geborgen, die sich bereits im Abriß befand.

Die grüne Blende, die hier die Wasserinstallation verdeckt, stammt aus einer verfallenen italienischen Porzellanmanufaktur – auf ihr sind schwere Stromsicherungen eingelassen. Sie bildet einen farblichen Kontrast zu dem dunklen Blech der Küchenmöbeln.

Ergänzt wird die Küche durch einen feuerverzinkten Mülleimer aus den 60ern und einem Garnrollenbehälter aus gewachster Pappe, der aus einer ehemaligen Weberei stammt.

Der Kühlschrank wurde mit patiniertem Kupferblech verkleidet, kombiniert mit Baumpilzen – als optischer und haptischer Kontrast.

Die Kundin war von dem durchgehenden Gedanken des Upcyclings sehr angetan.